Archive | September 2016

Eine Patchworkdecke der Superlative

Ich weiß nicht mehr genau, wann der Spezialauftrag reinkam, aber es war auf jeden Fall irgendwann letztes Jahr.
Durch einen Freund kam der Kontakt zur Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Marburg e.V. zustande. Ich wurde gefragt, ob ich eine Kiste mit Stoffspenden haben möchte und daraus vielleicht Tröstertäschchen oder kleine Beutel nähen könnte.

Und nachdem ich die ersten genähten Sachen zugeschickt hatte, kam die Anfrage, ob ich nicht Lust hätte, eine Patchworkdecke für die Spielecke zu nähen.
Mir war sofort klar, dass ich das alleine nicht wuppen könnte, also hab ich meine Freundin Anja mit ins Boot geholt.

Kurz darauf bekamen wir die erste Skizze … und haben uns erstmal verwundert angeschaut. Kein einziger rechter Winkel? Keine einzige gerade Wand? Moment … was ist das denn? Aha – ein Fachwerkhaus. ;-)
Also hieß es erstmal Pläne schmieden, Material ranholen, Layout festlegen und loslegen. Für uns stand auch sofort fest, dass wir die Oberseite nur aus Spendenstoffen machen wollten. Und wie es der Zufall mal wieder so wollte, hat meine Mama noch einige Schätze aus ihrer Nähzeit hervorgeholt. Somit war dann genug Stoff vorhanden.

Zu aller erst, haben wir über 40 Blöcke á 50x50cm aus ganz vielen Stoffquadraten genäht. Teilweise wieder zerschnitten, damit ein bißchen Abwechslung reinkommt. Danach wurde jeder einzelne Block mit Vlies und Rückseitenstoff versehen und gequiltet.
Mittlerweile hatten wir um eine Skizze aus Zeitungspapier gebeten, denn anhand der ersten Skizze hätten wir es auf keinen Fall passgenau hinbekommen. Als wir zum ersten Mal die Zeitungsskizze auseinandergefaltet hatten, wurde uns so richtig bewusst, worauf wir uns da eingelassen hatten. Das Ding war riesig!!!
Eine Diagonale von 4,50m! Und auch noch mit Aussparung für den Zugangsbereich. Wie gut, dass wir unseren monatlichen Nähtreff haben, wo räumlich genug Platz für so ein Projekt zur Verfügung steht.

Nachdem alle Blöcke fertig waren, konnten wir anfangen, die einzelnen Reihen zu bilden. Nur wie bitteschön setzen wir jetzt die einzelnen Blöcke zusammen? Dank eines Videotutorials, was uns die Quilt as you go-Technik erklärte, konnte es weitergehen. Unseren Nähmaschinen mussten wir immer wieder gut zureden. ;-) 
Zwischenzeitlich hatten wir überlegt, die Decke aus zwei Teilen zu machen, da sie sonst vielleicht zu groß für die Waschmaschine wär. Aber die Idee wurde relativ schnell wieder begraben, denn es hätte ja eine eventuelle Stolperfalle bedeutet.

Zu guter Letzt kam dann der für uns schwierigste Teil. Die Einfassung. Bis zum Zugangsbereich war das relativ mühelos. Aber wie bitteschön macht man denn ein Binding nach innen??? Ich gestehe, uns haben echt die Köpfe geraucht. Nach einigen Testvarianten hatten wir uns für eine entschieden. Aber ob das technisch so richtig war, weiß der Geier.

Für die beiden hinteren Ecken hatten wir uns überlegt, dass wir Ösen einschlagen würden und Gummizug befestigen. Vor Ort wurden dann nur noch die Ösen im vorderen Bereich angebracht, alles festgebunden und fertig war das Meisterstück.


Alles Liebe,
Katrin

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